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MATINÈE

UTOPERAN19
Mütter's Civilisation

vum Bertl Mütter (Trombonaut)

Uraufführung

Den herbeigesehnten Ort »where troubles melt like lemon drops« gibt es nur »dort, wo du nicht bist«. »... dort ist dein Glück«, tönt es Schuberts Wanderer (der Gletschergleiche kommt »vom Gebirge her«), final darniederschmetternd, zurück.

Bertl Mütters zivilisatorisches Klangrillenabtasten (ein Abschmelzen) taumelt zwischen Sehnsucht und Ernüchterung. Ob beim Auftauen was herausapern wird, können wir vorher nicht wissen. Überschwemmungen heutzutage sind ja immer sintflutartig, gar, wenn sie Starkregen folgen, wie es ihn »seit Menschengedenken« nicht gegeben hat. Früher hat es noch Wolkenbrüche gegeben. Gottlob sind die behoben.
Menschengedenken, Amnesie.
Dass es sich bei allem Leben (erst recht bei allem Vergessen) um irreversible Vorgänge handelt, kann auch tröstlich sein, und Anlass zu größerer Hoffnung besteht kaum.
»Haben Sie auch nichts vergessen?« (Insert für Aussteigende, ÖBB)
Man wird sich doch wohl noch was wünschen dürfen. Was wünschen wir uns eigentlich?
www.muetter.at

MIT
Konzept, Text, Komposition*, Performance: Bertl Mütter    

THEMENTALK_ MYTHOS ZIVILISATION
Die Uraufführung der Musikperformance UTOPERAN19 findet in Zusammenhang mit dem Themen-Talk MTHOS ZIVILISATION statt. Dieses diskursive Format – besetzt mit namhaften VertreterInnen aus Kunst, Philosophie und Kulturwissenschaften – greift das Leitthema des Festivals „Mythos Zivilisation“ in Verbindung mit UTOPERAN! auf, um die Frage nach den Bruchstellen des Fortschrittkonzepts westlicher Gesellschaften zu stellen.
PANEL:  BARBARA BLAHA, JULIA HARNONCOURT, FABIAN SCHEIDLER und GEORG STEKER  

"Derzeit erfahren wir einen Riss der Zivilisation, verursacht durch Mythen der ethnischen Reinheit und dem Segen des freien Marktes. Dagegen hilft nur ein Wagnis: Das Denken konkreter Utopien und machbarer Alternativen zum Wohle der Vielen."
Barbara Blaha

Aimé Cesaire schreibt darüber, „wie die Kolonisation darauf hinarbeitet, den Kolonisator zu entzivilisieren, […]“ Während also die_der sogenannte Wilde zivilisiert werden sollte, ist die_der selbsternannte Zivilisator_in zur Wilden geworden. Wer soll heute zivilisiert, diszipliniert und gleichgeschaltet werden? Wer profitiert davon? Und was geht uns dabei verloren?
Julia Harnoncourt

"Der Mythos des Westens erzählt von einer radikal überlegenen Zivilisation, deren Ausbreitung Frieden, Freiheit und Fortschritt bringe. Die Realität der 500jährigen Expansion der kapitalistischen Zivilisation hat dagegen eine Verwüstungsspur von Ausbeutung, Krieg und Völkermord hinterlassen und bedroht heute die Zukunft des Lebens auf der Erde."
Fabian Scheidler



Dauer Matinee: 2 Stunden, Pause nach ca. 30 Minuten
In deutscher Sprache
WUK Projektraum

* Kompositionsauftrag der Musiktheatertage Wien finanziert durch



Termine & Tickets

So, 15.09.2019, 11:00 Uhr
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Bertl Mütter / Foto©Christof Zachl